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Garten

Laub im Garten verwerten – wohin es gehört und wohin nicht

Laub im Garten verwerten wie früher: die Tabelle, wohin welche Menge gehört, welches Laub wie schnell verrottet und wie in zwei Jahren Lauberde daraus wird.

Laub im Garten: Mulchschicht auf einem Gemüsebeet, daneben Drahtmiete
Illustration: KI-generiert

Laub im Garten ist kein Abfall, sondern der einzige kostenlose Dünger, der im Herbst in großer Menge anfällt. Auf Beeten schützt es den Boden über den Winter, im Kompost liefert es das braune Material, aufgeschichtet wird daraus in zwei Jahren Lauberde. Nur auf dem Rasen und auf Wegen hat es nichts verloren.

In alten Gärten wurde Laub deshalb nicht entsorgt, sondern eingeteilt. Ein Teil kam auf die Beete, ein Teil in den Kompost, ein Teil in Säcke oder eine Drahtmiete für das kommende Jahr.

Laub im Garten: wohin welche Menge gehört

Ort Wirkung Menge
Gemüse- und Staudenbeete Frostschutz, Humusaufbau 5–10 cm
Unter Sträuchern und Bäumen natürliche Bodendecke beliebig
Kompost braunes Material zum Grünschnitt schichtweise
Laubmiete für Lauberde Erde nach 1–2 Jahren eigener Haufen
Igelhaufen in einer Ecke Winterquartier ein Haufen, unberührt
Rasen erstickt die Gräser abräumen
Wege und Treppen rutschig abräumen

Die Unterscheidung zwischen Rasen und Beet ist die wichtigste. Unter einer geschlossenen Laubdecke fehlt dem Gras Licht, es vergilbt und fault – auf einem Beet passiert genau das Gegenteil.

Laub als Mulchschicht auf einem Gemüsebeet, daneben Drahtmiete
Illustration: KI-generiert

Nicht jedes Laub verrottet gleich schnell

Der Unterschied liegt im Gerbstoffgehalt. Gerbstoffreiches Laub braucht deutlich länger und säuert den Boden an.

  • Schnell, zwei bis sechs Monate: Obstbaumlaub, Linde, Esche, Ahorn, Hasel, Birke.
  • Mittel, sechs bis zwölf Monate: Buche, Hainbuche, Kastanie.
  • Langsam, ein bis zwei Jahre: Eiche, Walnuss, Platane.

Walnusslaub hat zusätzlich einen Ruf, den es nur teilweise verdient: Es enthält Juglon, einen Stoff, der das Wachstum anderer Pflanzen hemmt. Beim Verrotten baut er sich allerdings ab. In dünner Schicht und gut gemischt ist Walnusslaub verwendbar, in dicker Lage auf einem Aussaatbeet nicht.

Langsam verrottendes Laub kann man zerkleinern, indem man mit dem Rasenmäher darüberfährt. Das verdoppelt die Oberfläche und halbiert die Zeit – ein moderner Kniff, der in den alten Heften naturgemäß fehlt.

Oma wusste es – oder doch nicht?

„Laub muss aus dem Garten heraus, sonst gibt es Ungeziefer.“

Der Satz stimmt für den Rasen und für Wege, sonst nicht. Unter einer Laubdecke lebt genau das, was ein Garten braucht: Regenwürmer, Asseln, Springschwänze und Laufkäfer, die das Material zersetzen und den Boden lockern. Sie sind kein Ungeziefer, sondern die Bodenlebewesen, die aus Laub Humus machen. Was tatsächlich zutrifft: Auf gepflegtem Rasen erstickt Laub die Gräser, und auf Wegen wird es rutschig. Ein sauber geräumter Garten ist deshalb kein gesünderer, sondern nur ein ärmerer.

Teilweise – gilt für Rasen und Wege, nicht für Beete

Wie viel Laub fällt überhaupt an?

Mehr, als ein Garten aufnehmen kann – und das ist der Grund, warum Verteilen sinnvoller ist als alles auf einen Haufen zu werfen. Ein ausgewachsener Laubbaum wirft je nach Art mehrere Kubikmeter ab.

Praktisch heisst das: Ein Beet von zehn Quadratmetern nimmt bei zehn Zentimetern Schicht etwa einen Kubikmeter auf. Der Kompost verträgt Laub nur schichtweise im Wechsel mit Grünmaterial, sonst bleibt die Rotte stehen.

Was übrig bleibt, geht in die Laubmiete – und die kann grosszügig bemessen sein, weil das Material im Lauf des Winters auf ein Drittel zusammensackt. Wer im Oktober einen mannshohen Haufen aufsetzt, findet im April eine knapp kniehohe Schicht.

Lauberde selbst herstellen

Das aufwendigste und zugleich wertvollste Produkt aus Laub. Sie ist feiner und humusreicher als Kompost und war die Anzuchterde der alten Gärtner.

  1. Miete anlegen. Ein Drahtzylinder oder eine Ecke mit vier Pfählen, etwa einen Meter im Durchmesser.
  2. Laub einfüllen und schichtweise antreten, damit es sich setzt.
  3. Feucht halten. Trockenes Laub verrottet nicht. Bei Bedarf wässern und abdecken.
  4. Etwas Gartenerde einstreuen – sie bringt die Bodenlebewesen mit.
  5. Warten. Ein Jahr bei schnellem Laub, zwei bei gerbstoffreichem. Einmal umsetzen beschleunigt es.

Fertige Lauberde riecht nach Waldboden, ist dunkelbraun und fein krümelig. Verwendet wurde sie zum Aussäen, zum Topfen und als Zugabe für empfindliche Kulturen – reiner Kompost war dafür oft zu nährstoffreich.

Laub im Garten als Winterschutz

Eine Schicht von fünf bis zehn Zentimetern auf abgeernteten Beeten hält den Boden frostfrei, verhindert Verschlämmung bei Regen und unterdrückt Unkraut. Im Frühjahr wird sie flach eingearbeitet oder abgeräumt.

Bei empfindlichen Stauden und Rosen kam das Laub direkt an den Wurzelbereich, oft mit Tannenzweigen beschwert, damit es nicht verweht. Auch Möhren und Pastinaken, die im Beet überwintern, wurden so abgedeckt und bei Bedarf ausgegraben.

Wichtig ist, nasses Laub nicht zu dick auf Stauden zu packen, die ein trockenes Herz brauchen – Polsterstauden und graulaubige Kräuter faulen darunter.

Der Laubhaufen für Tiere

Ein unberührter Haufen in einer Ecke war früher kein Zeichen von Nachlässigkeit, sondern von Ordnung mit Verstand. Er ist Winterquartier für Igel, Kröten, Blindschleichen, Laufkäfer und Florfliegen.

Angelegt wird er locker und aufgeschichtet, nicht festgetreten, am besten an einer geschützten Stelle unter einem Strauch oder an einer Mauer. Ein paar Zweige darüber halten ihn zusammen, ohne ihn zu verdichten.

Ab Oktober bleibt er unberührt bis in den April. Wer im März schon aufräumt, stört Tiere mitten im Winterschlaf – Igel verlassen ihr Quartier erst bei dauerhaft milden Temperaturen.

Der Nutzen ist nicht nur ideeller Natur: Laufkäfer und Igel fressen Schnecken, Florfliegenlarven Blattläuse. Wer Laub im Garten für Tiere liegen lässt, spart sich später einen Teil der Schädlingsbekämpfung.

Was Oma nie hatte

Den Laubsauger. Er zerkleinert nicht nur Blätter, sondern auch die Kleinlebewesen darin, und er saugt die oberste Bodenschicht mit ab. Rechen und Besen leisten dasselbe langsamer und ohne diesen Nebeneffekt.

Ebenso wenig gab es die Vorstellung, ein Garten müsse im Winter aufgeräumt aussehen. Vertrocknete Stauden, Laubhaufen und liegengelassene Samenstände waren normal – und sie sind genau das, was Insekten und Vögel über den Winter bringt.

Was davon heute noch funktioniert

Alles, und Laub im Garten zu verwerten ist einer der Punkte, an denen die alte Praxis der modernen klar überlegen war. Was heute in Säcken zur Sammelstelle gefahren wird, war früher ein eingeplanter Rohstoff.

Zu ergänzen ist nur die Kenntnis über die Verrottungsdauer und der Hinweis zum Walnusslaub. Beides hilft, das Laub sinnvoll auf die Verwendungen zu verteilen, statt alles auf einen Haufen zu werfen. Was daneben in den Kompost gehört, steht unter Kompost anlegen, und wie der Boden über den Winter zusätzlich geschützt wird, unter Gründüngung.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung generiert und von Maik Möhring redaktionell geprüft und verantwortet.

Häufige Fragen

Wohin gehört das Laub im Garten?

Auf Gemüse- und Staudenbeete als fünf bis zehn Zentimeter dicke Schicht, unter Sträucher und Bäume, in den Kompost als braunes Material und in eine Laubmiete für Lauberde. Vom Rasen und von Wegen muss es dagegen weg.

Warum darf Laub nicht auf dem Rasen liegen bleiben?

Weil den Gräsern unter einer geschlossenen Decke das Licht fehlt. Sie vergilben und faulen. Auf Beeten passiert genau das Gegenteil – dort schützt die Schicht den Boden.

Welches Laub verrottet am langsamsten?

Eiche, Walnuss und Platane brauchen ein bis zwei Jahre, weil sie viele Gerbstoffe enthalten. Obstbaumlaub, Linde, Ahorn und Birke sind in zwei bis sechs Monaten zersetzt.

Ist Walnusslaub schädlich?

Nur bedingt. Es enthält Juglon, das das Wachstum anderer Pflanzen hemmt, doch der Stoff baut sich beim Verrotten ab. In dünner Schicht und gut gemischt ist es verwendbar, in dicker Lage auf Aussaatbeeten nicht.

Wie macht man Lauberde?

Laub in einer Drahtmiete schichtweise antreten, feucht halten, etwas Gartenerde einstreuen und ein bis zwei Jahre stehen lassen. Fertige Lauberde riecht nach Waldboden und eignet sich als Anzuchterde.

Verwendete Quellen

  • Handgeschriebenes Gartenheft, Familienbesitz, 1940er–1950er — Laubmiete für Anzuchterde, Abdecken der Beete im Herbst
  • Haushaltsbuch für die junge Frau, 1952 — Kapitel Nutzgarten mit Winterschutz für Stauden