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Vorräte

Bevor es Tiefkühltruhen gab, wurde der Sommer eingekocht. Die Methoden aus alten Haushaltsbüchern — mit den Originalangaben und der ehrlichen Einordnung, was davon heute noch sicher ist.

Omas Vorratshaltung: Warum eingekocht wurde und was davon heute noch trägt

Die Vorratshaltung war bis in die 1960er-Jahre keine Freizeitbeschäftigung, sondern Notwendigkeit. Ein Kühlschrank stand in den frühen 50ern nur in wenigen Haushalten, eine Gefriertruhe praktisch nirgends. Wer im Februar Bohnen essen wollte, musste sie im August ins Glas bringen.

Die Methoden im Überblick

  • Einwecken: Erhitzen im verschlossenen Glas — für Obst unverändert zuverlässig.
  • Einlegen: Essig, Salzlake oder Milchsäuregärung, etwa bei Sauerkraut und sauren Gurken.
  • Dörren: Wasserentzug an der Luft, über dem Herd oder im Backofen.
  • Kühl lagern: Keller, Erdmiete oder Sandkiste — oft über den ganzen Winter.

Wo wir von den alten Angaben abweichen

Bei Obst, Marmelade und sauer Eingelegtem kannst du den historischen Angaben weitgehend folgen. Bei säurearmen Lebensmitteln — Bohnen, Erbsen, Pilze, Fleisch — gelten heute höhere Temperaturen und längere Zeiten als in vielen alten Büchern. Wir nennen beide Werte.

Häufige Fragen

Wie lange hält Eingewecktes?

Sauber gearbeitet und kühl gelagert ist eingewecktes Obst ein bis zwei Jahre haltbar, Gemüse etwa ein Jahr. Wölbt sich ein Deckel, gehört das Glas ungeöffnet in den Müll.

Kann ich Omas Einkochzeiten heute noch übernehmen?

Bei Obst und sauer Eingelegtem in der Regel ja. Bei Bohnen, Erbsen, Pilzen und Fleisch nicht ungeprüft — hier liegen die heutigen Empfehlungen höher.

Was ist der Unterschied zwischen Einkochen und Einwecken?

Inhaltlich keiner. «Einwecken» geht auf die Firma Weck zurück, deren Gläser sich so durchgesetzt haben, dass der Markenname zum Alltagswort wurde.

Brauche ich einen Einkochautomaten?

Nein. Ein hoher Topf mit Deckel und ein Tuch am Boden reichen aus. Ein Automat hält die Temperatur nur konstanter.