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Vorräte

Einkochen im Einkochautomaten: Zeiten und Temperaturen

Welche Temperatur, welche Zeit und ab wann der Timer überhaupt läuft: die Einkochtabelle für den Automaten plus der Sicherheitshinweis bei Bohnen.

Einkochen im Einkochautomaten – Weckgläser mit Zwetschgen stehen im Wasserbad des Automaten
Illustration: KI-generiert

⏱ Lesezeit: 7 Min.

Zwölf Gläser Zwetschgen, der Timer stand auf 30 Minuten – und trotzdem war nach vier Wochen die Hälfte trüb. Der Fehler lag nicht am Obst und nicht an den Gummiringen, sondern an einer einzigen Frage: Ab wann läuft die Zeit eigentlich? Beim Einkochen im Einkochautomaten entscheidet genau das über haltbar oder verdorben.

Kurz zusammengefasst

  • Obst kommt mit 75 bis 90 Grad und 25 bis 30 Minuten aus.
  • Säurearmes Gemüse, Pilze und Fleisch brauchen 100 Grad und 90 bis 120 Minuten.
  • Die Einkochzeit beginnt erst, wenn das Wasser die Zieltemperatur erreicht hat – nicht beim Einschalten.
  • Die Gläser müssen zu drei Vierteln im Wasser stehen, auf einem Einlegerost, nie direkt auf dem Boden.
  • Bohnen, Erbsen, Mais, Pilze und Fleisch lassen sich im Wasserbad nicht sicher haltbar machen – dafür braucht es Druck oder Säure.

Einkochen im Einkochautomaten: warum das besser klappt als im Backofen

Im Backofen erhitzt Luft die Gläser, und Luft leitet Wärme schlecht. Das Ergebnis ist ein Temperaturgefälle: Die Gläser vorn sind fertig, die hinten noch nicht durch. Im Automaten stehen die Gläser im Wasserbad, und Wasser überträgt Wärme gleichmäßig auf jedes einzelne Glas. Dazu kommt der Thermostat, der die eingestellte Temperatur hält, statt sie wie ein Ofen zu überschwingen.

Praktisch heißt das: Ein handelsüblicher Automat mit rund 27 Litern fasst je nach Glasgröße sieben bis vierzehn Gläser in einer Lage, bei kleinen Gläsern auch zwei Lagen übereinander. Für den Haushalt reicht das für einen kompletten Erntetag.

Einkochzeiten und Temperaturen im Überblick

Diese Richtwerte stammen aus der klassischen Einkochpraxis und gelten für Gläser bis etwa einen Liter. Größere Gläser brauchen etwas länger, kleinere nicht weniger – lieber zu lang als zu kurz.

Einkochgut Temperatur Zeit
Beerenobst (Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren) 75 °C 25–30 Min.
Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen 80 °C 30 Min.
Rhabarber 80 °C 30 Min.
Äpfel, Birnen (in Stücken) 90 °C 30 Min.
Gurken, Kürbis (sauer eingelegt) 85–90 °C 30 Min.
Sauerkraut 100 °C 60 Min.
Bohnen, Erbsen, Möhren, Mais nur unter Druck siehe Hinweis unten
Pilze nur unter Druck siehe Hinweis unten
Fleisch, Gulasch, Wurst im Glas nur unter Druck siehe Hinweis unten

Die drei letzten Zeilen sind der Grund für den Warnhinweis weiter unten: Säurearmes Gut wird im offenen Wasserbad bei 100 Grad nicht sicher haltbar, egal wie lange eingekocht wird.

Eine ausführlichere Übersicht mit Sonderfällen findest du in unserer Einkochzeiten-Tabelle. Für Bohnen im Detail lohnt der Blick in die Anleitung zum Bohnen einkochen.

Ab wann läuft die Zeit? Der häufigste Fehler

Die Einkochzeit beginnt erst in dem Moment, in dem das Wasser die eingestellte Temperatur erreicht hat. Bei 100 Grad und einem vollen Automaten dauert das je nach Modell 45 bis 70 Minuten – diese Aufheizphase zählt nicht mit.

Hier trennen sich die Geräte: Bei vielen Automaten mit elektronischem Thermostat startet der Timer automatisch erst nach Erreichen der Temperatur. Ältere Modelle mit mechanischer Zeitschaltuhr laufen dagegen los, sobald du sie aufziehst. Bei diesen Geräten stellst du den Timer erst dann, wenn der Thermostat das erste Mal hörbar abschaltet. Steht das nicht eindeutig in der Anleitung, gilt: Wasserthermometer hineinhängen und die Zeit von Hand nehmen.

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Wer nur ein paar Gläser im Jahr einkocht, braucht kein eigenes Gerät. Das Set macht aus einem normalen 24-Zentimeter-Topf einen Einkochtopf: Dämpfmatte für den Boden, Aufsatz, der den Topfrand um acht Zentimeter erhöht, und ein Glasdeckel mit eingebautem Thermometer. Damit siehst du die Temperatur, ohne den Deckel zu heben – genau das Problem, das der Herd im Gegensatz zum Automaten sonst hat. Der Topf selbst gehört nicht zum Lieferumfang.

Beachte: Der grün markierte Bereich des Thermometers liegt bei 80 bis 90 Grad, also im Obst- und Sauerkonserven-Bereich. Für säurearmes Gemüse, Pilze und Fleisch mit zwei Stunden bei 100 Grad ist das Set nicht die richtige Wahl – dafür lohnt ein echter Einkochautomat.

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So gehst du Schritt für Schritt vor

Der Ablauf beim Einkochen im Einkochautomaten ist immer derselbe, egal ob Obst oder Gemüse im Glas landet. Diese sechs Schritte sitzen nach dem zweiten Mal im Kopf.

  1. Gläser prüfen. Ränder auf Absplitterungen kontrollieren, Gummiringe auf Risse. Ein spröder Ring ist der häufigste Grund für ein undichtes Glas – wie du richtig verschließt, steht unter Weckgläser verschließen.
  2. Einlegerost einlegen. Ohne Rost stehen die Gläser auf dem Heizboden und können springen.
  3. Befüllen. Zwei Finger breit Luft unter dem Rand lassen, Rand sauber abwischen.
  4. Wasser einfüllen. Die Gläser sollen zu drei Vierteln im Wasser stehen. Das Wasser hat idealerweise ungefähr die Temperatur des Füllguts, damit die Gläser keinen Temperaturschock bekommen.
  5. Temperatur und Zeit einstellen nach der Tabelle oben.
  6. Abkühlen lassen. Gläser nach Ablauf der Zeit mit der Zange herausnehmen und auf ein Küchentuch stellen, nicht auf die kalte Arbeitsplatte. Die Klammern bleiben 24 Stunden dran.
Wichtig bei säurearmem Gemüse

Bohnen, Erbsen, Mais, Möhren, Pilze und Fleisch enthalten kaum Säure. In solchen Konserven können Sporen von Clostridium botulinum überleben – und 100 Grad im Wasserbad töten sie nicht zuverlässig ab. Nötig sind 115 bis 121 Grad, wie sie nur unter Druck erreicht werden, oder ein durchgehend saurer Sud mit einem pH-Wert unter 4,6.

Das überlieferte zweifache Einkochen an zwei Tagen war die Hausmethode und ging meist gut, weil mehrere Umstände zusammenkamen: kühle Keller, das Wegwerfen aufgetriebener Gläser und die Gewohnheit, den Inhalt vor dem Essen aufzukochen. Als alleinige Absicherung reicht es nach heutigem Kenntnisstand nicht. Ausführlich steht das unter Bohnen einkochen.

Wer säurearmes Gemüse haltbar machen möchte, nimmt deshalb den Schnellkochtopf, einen Druck-Einkochautomaten oder die Gefriertruhe. Gläser mit gewölbtem Deckel, aufgegangenem Verschluss, trübem Sud oder auffälligem Geruch gehören ungeöffnet in den Müll – nicht probieren, auch nicht in kleinster Menge. Weiterführende Informationen bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Woran du erkennst, ob das Glas wirklich dicht ist

Nach 24 Stunden nimmst du die Klammern ab und hebst das Glas vorsichtig am Deckel an. Hält der Deckel das Gewicht, ist ein Vakuum entstanden. Löst er sich, ist das Glas nicht dicht – der Inhalt wandert in den Kühlschrank und wird innerhalb weniger Tage aufgebraucht.

Ein zweites Zeichen ist die Lasche des Gummirings: Sie zeigt beim dichten Glas nach unten. Zeigt sie waagerecht oder nach oben, hat sich kein Unterdruck gebildet. Praktische Tipps zur Auswahl und Vorbereitung findest du beim Bundeszentrum für Ernährung.

Wo die Gläser danach lagern

Dunkel, kühl und trocken – zwischen 10 und 15 Grad ist ideal. Licht baut Vitamine ab und lässt eingekochtes Obst ausbleichen. Wie ein durchdachter Vorratsschrank aufgebaut war, als es noch keine Kühltruhe gab, lohnt einen eigenen Blick. Beschrifte jedes Glas mit Inhalt und Datum, sonst rätselst du im Februar über einen trüben Sud.

Haltbar sind Obstkonserven bei richtiger Lagerung ein bis zwei Jahre, Gemüse und Fleisch etwa ein Jahr. Genießbar heißt nicht gleich hochwertig: Nach dem ersten Jahr verlieren die Gläser spürbar Farbe und Aroma.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung generiert und von Maik Möhring redaktionell geprüft und verantwortet.

Häufige Fragen

Kann ich verschiedene Sorten gleichzeitig einkochen?

Ja, solange sie dieselbe Temperatur und Zeit brauchen. Zwetschgen und Kirschen passen zusammen, Zwetschgen und Bohnen nicht – die einen wären bei 100 Grad und zwei Stunden zerkocht, die anderen bei 80 Grad nicht sicher.

Muss ich die Gläser vorher sterilisieren?

Für das klassische Einkochen reicht heiß ausspülen. Die Sterilisation passiert im Automaten. Wichtig ist nur, dass Glasrand und Gummiring absolut sauber und fettfrei sind.

Wie viel Wasser gehört in den Automaten?

So viel, dass die Gläser zu drei Vierteln bedeckt sind. Bei zwei Lagen bedeutet das: Die untere Lage steht komplett im Wasser, die obere zu drei Vierteln.

Was passiert, wenn ich zu lange einkoche?

Bei Obst wird die Konsistenz weich bis matschig, das Aroma flacher. Sicherheitsrelevant ist zu langes Einkochen nicht – zu kurzes dagegen sehr.

Kann ich Marmelade im Automaten einkochen?

Nötig ist es nicht. Zucker und Pektin konservieren die Masse bereits, und heiß eingefüllte Gläser ziehen beim Abkühlen von selbst Vakuum. Wie das ohne Gelierzucker funktioniert, steht unter Marmelade ohne Gelierzucker.

Warum ist der Sud nach dem Einkochen trüb?

Meist ist Stärke aus dem Einkochgut ausgetreten, besonders bei Kartoffeln und Hülsenfrüchten – das ist harmlos. Trübung zusammen mit Bläschen, gewölbtem Deckel oder Geruch ist dagegen ein Warnzeichen und bedeutet: entsorgen.

Verwendete Quellen

  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), abgerufen 08/2026 — Hinweise zu Clostridium botulinum in selbst hergestellten Konserven Quelle
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), abgerufen 08/2026 — Grundlagen zum Einkochen und zur Vorbereitung der Gläser Quelle