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Pilze trocknen und richtig lagern – so ging es früher

Pilze trocknen wie früher: welche Arten sich eignen, warum nicht gewaschen wird, die richtige Temperatur und wie aus dem Einweichwasser die eigentliche Würze wird.

Pilze trocknen und richtig lagern – so ging es früher
Illustration: KI-generiert

Pilze trocknen ist die einfachste Konservierung überhaupt: putzen, in Scheiben schneiden, bei 40 bis 50 Grad sechs bis zehn Stunden trocknen, bis sie brechen statt sich zu biegen. Richtig getrocknet und dicht gelagert halten sie zwei Jahre – und entwickeln dabei mehr Aroma als frisch.

In den Nachkriegsjahren war das Sammeln keine Freizeitbeschäftigung, sondern Nahrungsbeschaffung. Steinpilze, Maronen und Pfifferlinge wurden körbeweise geholt, und was nicht am selben Tag auf den Tisch kam, wanderte auf die Schnur oder aufs Blech.

Nur was sicher bestimmt ist

Bevor irgendetwas getrocknet wird: Getrocknet werden ausschließlich Pilze, die zweifelsfrei bestimmt sind. Das Trocknen macht keinen giftigen Pilz genießbar – im Gegenteil, es konzentriert die Inhaltsstoffe.

Früher wurde dieses Wissen in der Familie weitergegeben, oft von einer Person, die als kundig galt. Wer heute unsicher ist, geht zu einer Pilzberatungsstelle; die Deutsche Gesellschaft für Mykologie führt Sachverständige in ganz Deutschland. Ein Bestimmungsbuch ersetzt das nicht.

Zwei Punkte, die im Zweifel entscheiden: Nur junge, feste, madenfreie Exemplare eignen sich. Und einige essbare Arten – etwa Hallimasch und Perlpilz – dürfen ausschließlich gut durcherhitzt gegessen werden, auch nach dem Trocknen und Einweichen.

Welche Pilze eignen sich zum Pilze trocknen?

Pilz Eignung Anmerkung
Steinpilz sehr gut der Klassiker, gewinnt an Aroma
Maronenröhrling sehr gut dunkelt beim Trocknen nach
Birkenpilz, Rotkappe gut dünn schneiden, weicheres Fleisch
Pfifferling bedingt wird zäh, besser einlegen oder einfrieren
Champignon gut hell bleibend, mildes Aroma
Austernseitling gut in Streifen statt Scheiben
Wasserreiche Täublinge ungeeignet zerfallen beim Trocknen

Die Faustregel aus den alten Anleitungen: Je fester das Fleisch, desto besser das Ergebnis. Röhrlinge sind ideal, weiche Lamellenpilze eher nicht.

Pilze trocknen auf dem Sieb und aufgefädelt über dem Herd
Illustration: KI-generiert
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Putzen, aber nicht waschen

Pilze werden trocken geputzt: mit einem Pinsel, einem Tuch oder dem Messer. Gewaschen wird nicht, weil sie sich mit Wasser vollsaugen wie ein Schwamm – und was sich vollsaugt, trocknet schlecht und schimmelt gern.

Geschnitten wird in gleichmäßige Scheiben von drei bis fünf Millimetern. Dünnere trocknen schneller, brechen aber leicht; dickere brauchen länger und bleiben innen eher feucht. Der Stiel kommt mit, sofern er nicht holzig ist.

Pilze trocknen: die vier Methoden im Vergleich

  • Auf der Schnur. Die Scheiben werden mit Nadel und Faden aufgefädelt und über dem Herd aufgehängt. Zwei bis vier Tage, kostenlos, die klassische Variante.
  • Auf dem Sieb. Einlagig auf ein Weidensieb oder Gitter, an einem luftigen Ort, täglich wenden. Zwei bis drei Tage.
  • Im Backofen. Bei 40 bis 50 Grad mit einem Holzlöffel in der Tür, damit Feuchtigkeit entweicht. Sechs bis zehn Stunden.
  • Im Dörrautomaten. Bei 40 bis 50 Grad, sechs bis acht Stunden. Das gleichmäßigste Ergebnis.

Über 50 Grad gart das Pilzfleisch, statt es zu trocknen. Die Scheiben werden außen hart und bleiben innen feucht – dieselbe Falle wie beim Obst, mit demselben Ergebnis im Vorratsglas.

Oma wusste es – oder doch nicht?

„Getrocknete Pilze schmecken weniger als frische.“

Bei Steinpilzen ist das Gegenteil der Fall. Beim Trocknen entstehen und konzentrieren sich Aromastoffe, weshalb eine Handvoll getrockneter Steinpilze eine Sauce kräftiger würzt als die dreifache Menge frischer. Bei Pfifferlingen und wasserreichen Arten stimmt die Aussage dagegen – sie verlieren tatsächlich.

Teilweise – hängt stark von der Art ab

Woran erkenne ich, dass sie durch sind?

Wer Pilze trocknen will, hat einen einfacheren Test als beim Obst: Getrocknete Pilze brechen mit einem hörbaren Knacken. Biegen sie sich oder fühlen sich ledrig an, sind sie noch nicht fertig. Anders als bei Apfelringen ist hier durchgetrocknet richtig, nicht ledrig – Pilze enthalten deutlich mehr Wasser und verzeihen Restfeuchte schlechter.

Auch hier gilt: vor der Probe abkühlen lassen. Warme Scheiben fühlen sich immer weicher an.

Wie viel bleibt vom Frischgewicht übrig?

Sehr wenig – und das überrascht beim ersten Mal. Frische Pilze bestehen zu rund 90 Prozent aus Wasser. Aus einem Kilogramm frischen Steinpilzen werden etwa 100 Gramm getrocknete.

Praktisch heißt das: Ein voller Korb ergibt ein mittelgroßes Vorratsglas. Was zunächst nach wenig aussieht, reicht allerdings weit, weil getrocknete Pilze deutlich intensiver würzen. 20 Gramm genügen für eine Sauce für vier Personen.

Umgekehrt gerechnet: 10 Gramm getrocknete Pilze entsprechen ungefähr 100 Gramm frischen. Wer ein Rezept mit Frischangabe hat, teilt schlicht durch zehn.

Lagern und wieder einweichen

Gelagert wird in dicht schließenden Gläsern, dunkel und trocken. Ein zusätzlicher Schritt aus den alten Anleitungen lohnt sich: die Gläser in den ersten Wochen kontrollieren. Beschlägt Feuchtigkeit von innen, muss die Ware nachtrocknen.

Zum Verwenden werden die Pilze 20 bis 30 Minuten in lauwarmem Wasser eingeweicht. Das Einweichwasser ist das eigentliche Aroma und wurde nie weggeschüttet – es ging durch ein Tuch gefiltert in die Sauce oder Suppe, weil sich am Boden Sand absetzt.

Ein Teil der Ernte wurde außerdem zu Pilzpulver gemahlen. Das war die praktischste Form: haltbar, platzsparend und direkt als Würze verwendbar.

Pilzpulver: die praktischste Vorratsform

Ein Teil der getrockneten Ernte wanderte früher in die Kaffeemühle. Das Ergebnis war ein feines, dunkles Pulver, das als Würze diente – ohne Einweichen, direkt in Suppe, Sauce oder Bratensatz.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Pulver braucht kaum Platz, verklumpt nicht und lässt sich löffelweise dosieren. Verwendet wurden dafür bevorzugt die Stücke, die für Scheiben zu klein oder zu bruchig waren – also die Reste vom Schneiden und vom Boden des Vorratsglases.

Wichtig ist nur, dass die Pilze wirklich knochentrocken sind, bevor sie gemahlen werden. Bleibt Restfeuchte im Pulver, verklumpt es und verdirbt schnell. Gelagert wird es wie ganze Pilze: dunkel, trocken und dicht verschlossen.

Was davon heute noch funktioniert

Das Verfahren vollständig. Pilze trocknen ist wie beim Obst risikoarm, weil ohne Wasser nichts wächst und kein Luftabschluss entsteht. Die Temperaturangaben und Zeiten aus den alten Büchern stimmen bis heute.

Vorsichtiger als früher wären wir allein beim Sammeln. Was damals als Familienwissen weitergegeben wurde, ersetzt heute keine Bestimmung durch eine sachkundige Person – und bei ungeklärten Beschwerden nach einer Pilzmahlzeit gehört die Einschätzung in ärztliche Hände, nicht in ein Ratgeberportal. Wie sich dasselbe Prinzip auf Obst übertragen lässt, steht unter Apfelringe trocknen.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung generiert und von Maik Möhring redaktionell geprüft und verantwortet.

Häufige Fragen

Bei welcher Temperatur trocknet man Pilze?

Bei 40 bis 50 Grad. Hu00f6here Temperaturen garen das Pilzfleisch, statt Wasser zu entziehen: Die Scheiben werden auu00dfen hart und bleiben innen feucht, was spu00e4ter zu Schimmel fu00fchrt.

Soll man Pilze vor dem Trocknen waschen?

Nein. Pilze saugen sich mit Wasser voll wie ein Schwamm und trocknen dann schlecht. Geputzt wird trocken, mit Pinsel, Tuch oder Messer.

Welche Pilze eignen sich zum Trocknen?

Vor allem festfleischige Ru00f6hrlinge wie Steinpilz und Maronenru00f6hrling, auu00dferdem Champignons und Austernseitlinge. Pfifferlinge werden zu00e4h, wasserreiche Tu00e4ublinge zerfallen.

Wie lange halten getrocknete Pilze?

Bis zu zwei Jahre, wenn sie vollstu00e4ndig durchgetrocknet und dicht, dunkel und trocken gelagert werden. Beschlu00e4gt das Glas von innen, war die Ware noch zu feucht.

Wie werden getrocknete Pilze verwendet?

20 bis 30 Minuten in lauwarmem Wasser einweichen. Das Einweichwasser durch ein Tuch filtern und mitverwenden u2013 dort steckt der gru00f6u00dfte Teil des Aromas. Der Sand setzt sich am Boden ab.

Verwendete Quellen

  • Haushaltsbuch fu00fcr die junge Frau, 1952 — Trocknen auf Schnur und Sieb, Einweichen und Verwendung des Einweichwassers
  • Deutsche Gesellschaft fu00fcr Mykologie: Pilzsachverstu00e4ndige, abgerufen 08/2026 — Bestimmung durch sachkundige Personen statt allein nach Buch