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Garten

Erdbeeren pflanzen: im August, nicht im Frühjahr

Erdbeeren pflanzen gehört in den August: warum der Zeitpunkt über die Ernte entscheidet, wie tief gesetzt wird und wann das Beet erneuert gehört.

Erdbeeren pflanzen: junge Erdbeerpflanzen werden ins Beet gesetzt
Illustration: KI-generiert

Erdbeeren pflanzen gehört in den August, nicht ins Frühjahr. Wer zwischen Ende Juli und Anfang September setzt, erntet im folgenden Juni volle Erträge – bei einer Frühjahrspflanzung bleibt die erste Ernte mager, weil die Pflanze ihre Blütenanlagen erst im Herbst bildet.

Das ist der wichtigste Unterschied zu fast allem anderen im Nutzgarten, und er erklärt, warum in alten Gartenheften das Erdbeerbeet unter den Sommerarbeiten steht.

Erdbeeren pflanzen: der richtige Zeitpunkt

Die Pflanze braucht bis zum Frost sechs bis acht Wochen, um einzuwurzeln und Blütenanlagen zu bilden. Diese Anlagen entstehen bei kürzer werdenden Tagen im September und Oktober – was dann nicht angelegt ist, fehlt im nächsten Sommer.

Ende Juli bis Mitte August ist ideal, Anfang September die Grenze. Danach gepflanzte Erdbeeren wachsen zwar an, tragen im ersten Jahr aber wenig.

Bei Frühjahrspflanzung werden die Blüten im ersten Jahr üblicherweise entfernt, damit die Pflanze Kraft in Wurzeln und Blätter steckt. Der volle Ertrag kommt dann erst im zweiten Jahr.

Junge Erdbeerpflanzen werden im Spätsommer ins Beet gesetzt
Illustration: KI-generiert

Erdbeeren pflanzen: wie tief?

Das Herz muss auf Bodenhöhe sitzen. Diese Knospe in der Mitte der Pflanze, aus der Blätter und Blüten treiben, darf weder vergraben noch freistehen.

  • Zu tief gesetzt: Das Herz fault, die Pflanze geht ein.
  • Zu hoch gesetzt: Die Wurzeln trocknen aus, die Pflanze kümmert.
  • Richtig: Der Ansatz der Blätter liegt genau auf der Erdoberfläche.

Die Wurzeln werden dabei senkrecht in ein ausreichend tiefes Loch gestellt, nicht geknickt. Sind sie sehr lang, werden sie auf etwa zehn Zentimeter eingekürzt – das steht so in den alten Anleitungen und ist unverändert richtig.

Nach dem Setzen wird kräftig angegossen, und zwar auch bei feuchtem Boden. Das schwemmt die Erde an die Wurzeln.

Oma wusste es – oder doch nicht?

„Ein Erdbeerbeet bleibt liegen, das trägt jedes Jahr.“

Es trägt jedes Jahr, aber immer weniger. Der Ertrag ist im zweiten Standjahr am höchsten, hält sich im dritten und fällt danach deutlich ab – gleichzeitig steigt der Befall mit Pilzkrankheiten im Boden. Die alten Gärtner wussten das und legten alle drei bis vier Jahre ein neues Beet an anderer Stelle an, aus eigenen Ausläufern. Das Bild vom Beet, das jahrzehntelang unverändert dasteht, stammt eher aus der Erinnerung als aus der Praxis: Wer alte Gartenpläne sieht, findet die Erdbeeren regelmässig an wechselnden Stellen.

Stimmt nicht – nach drei bis vier Jahren gehört das Beet erneuert

Abstände und Boden

Angabe Wert
Abstand in der Reihe 25–30 cm
Reihenabstand 60–70 cm
Pflanzen je Quadratmeter 5–6
Boden humos, durchlässig, leicht sauer
Standort sonnig, luftig
Ungeeignet Staunässe, schwerer Lehm

Der Reihenabstand wirkt großzügig, ist aber nötig: Erdbeeren brauchen Luft, damit die Blätter nach Regen schnell abtrocknen. Zu eng gepflanzt begünstigt Grauschimmel, und der ist die häufigste Ursache für verdorbene Früchte.

Wohin nicht gepflanzt wird

Nicht dorthin, wo im Vorjahr Erdbeeren standen, und nicht nach Kartoffeln oder Tomaten. Alle drei sind anfällig für dieselben bodenbürtigen Pilze, die sich über Jahre halten.

Gut sind Flächen nach Erbsen, Bohnen, Salat oder nach einer Gründüngung mit Phacelia. Als Nachbarn bewähren sich Knoblauch und Zwiebeln, deren Duft Pilzbefall hemmt – nachzulesen unter Mischkultur.

Zwischen zwei Erdbeerkulturen auf derselben Fläche sollten vier Jahre liegen. Diese Regel steht in den alten Heften und wird heute am häufigsten missachtet.

Ausläufer: eigene Pflanzen ziehen

Erdbeeren vermehren sich von selbst über Ausläufer, und genau daraus wurde das neue Beet gezogen. Kostenlos, sortenrein und an den Standort angepasst.

  1. Mutterpflanzen auswählen. Nur kräftige, gesunde Pflanzen aus dem ersten oder zweiten Standjahr.
  2. Höchstens zwei Ausläufer je Pflanze stehen lassen, die übrigen abschneiden.
  3. Den ersten Ableger am Ausläufer verwenden – er ist der kräftigste.
  4. In einen Topf leiten, der in die Erde eingelassen wird, oder direkt festpinnen.
  5. Nach vier bis sechs Wochen abtrennen und an den neuen Standort setzen.

Wichtig ist die Auswahl der Mutterpflanzen: Wer von kränkelnden Exemplaren vermehrt, überträgt die Probleme ins neue Beet.

Einmaltragend oder immertragend?

Beim Erdbeeren pflanzen entscheidet die Sortenwahl darüber, wie die Ernte über das Jahr verteilt ist – und die alten Gärten setzten fast ausschliesslich auf die erste Gruppe.

Einmaltragende Sorten liefern eine geballte Ernte im Juni, drei bis vier Wochen lang. Genau das war früher erwünscht: Die Menge musste auf einmal da sein, damit sich Einkochen und Marmeladekochen lohnten.

Immertragende Sorten tragen von Juni bis Oktober in kleinen Mengen. Für den Frischverzehr angenehmer, für die Vorratshaltung unbrauchbar – man bekommt nie genug auf einmal zusammen.

Monatserdbeeren sind die kleinfrüchtige Verwandtschaft der Walderdbeere. Sie tragen den ganzen Sommer, brauchen wenig Platz und eignen sich als Beeteinfassung.

Wer einkochen will, pflanzt einmaltragende Sorten. Wer naschen will, mischt.

Stroh und Winterschutz

Stroh kommt im Frühjahr unter die Pflanzen, nicht im Herbst – es hält die Früchte vom Boden fern und verhindert, dass sie faulen oder verschmutzen. Daher stammt der englische Name der Frucht.

Über den Winter genügt bei ausgewachsenen Pflanzen eine dünne Laubschicht zwischen den Reihen. Frisch gepflanzte Erdbeeren werden nach dem ersten Frost mit Reisig abgedeckt, gegen Kahlfrost und Wechselfrost.

Was sie nicht vertragen, ist eine dicke, nasse Auflage direkt auf dem Herz. Das führt zu Fäulnis – dieselbe Regel wie bei allen Pflanzen mit Blattrosette.

Was davon heute noch funktioniert

Alles unverändert. Erdbeeren pflanzen ist eine der Arbeiten, bei denen der Zeitpunkt fast wichtiger ist als die Technik, und dieser Zeitpunkt hat sich nicht verschoben.

Der einzige Punkt, an dem heute anders gearbeitet wird, ist die Herkunft der Pflanzen: Gekaufte Jungpflanzen sind virusfrei zertifiziert, eigene Ausläufer sind es nicht. Wer ein Beet mehrfach hintereinander aus eigenen Ausläufern aufbaut, sammelt mit der Zeit Krankheiten an – alle paar Zyklen lohnt sich frisches Material. Wie Saatgut bei anderen Kulturen gewonnen wird, steht unter Saatgut selbst gewinnen.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung generiert und von Maik Möhring redaktionell geprüft und verantwortet.

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Erdbeeren?

Zwischen Ende Juli und Anfang September. Die Pflanze braucht sechs bis acht Wochen bis zum Frost, um einzuwurzeln und Blütenanlagen zu bilden. Diese entstehen bei kürzer werdenden Tagen im Herbst.

Wie tief werden Erdbeeren gesetzt?

Das Herz – die Knospe in der Mitte – muss genau auf Bodenhöhe sitzen. Zu tief gesetzt fault es, zu hoch trocknen die Wurzeln aus. Nach dem Setzen kräftig angießen.

Wie lange bleibt ein Erdbeerbeet stehen?

Drei bis vier Jahre. Der Ertrag ist im zweiten Jahr am höchsten und fällt danach ab, während sich Pilzkrankheiten im Boden anreichern. Danach wird an anderer Stelle neu angelegt.

Wohin sollte man Erdbeeren nicht pflanzen?

Nicht dorthin, wo Erdbeeren, Kartoffeln oder Tomaten standen – alle drei sind anfällig für dieselben Bodenpilze. Zwischen zwei Erdbeerkulturen auf derselben Fläche sollten vier Jahre liegen.

Wie vermehrt man Erdbeeren selbst?

Über Ausläufer. Von kräftigen Pflanzen aus dem ersten oder zweiten Jahr höchstens zwei Ausläufer stehen lassen, den ersten Ableger in einen eingegrabenen Topf leiten und nach vier bis sechs Wochen abtrennen.

Verwendete Quellen

  • Handgeschriebenes Gartenheft, Familienbesitz, 1940er–1950er — Erdbeerbeet unter den Sommerarbeiten, Erneuerung alle drei bis vier Jahre
  • Haushaltsbuch für die junge Frau, 1952 — Kapitel Nutzgarten mit Pflanzabständen und Strohunterlage